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Donnerstag, 8. Dezember 2011

20:00 Uhr

Gemeindemuseum Absam
Walburga-Schindl-Str. 31
Im alten Kirchenwirt
6067 Absam

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Schnitte in die sichtbare Oberfläche,
um tiefere Schichten freizulegen.
Gespräch mit Marlene Streeruwitz



Marlene Streeruwitz, eine Autorin die keine Trennlinie zwischen Ästhetik und politischem Standpunkt zieht, entwirft in ihrem neuen Roman »Die Schmerzmacherin« eine Welt nach der Auflösung des staatlichen Gewaltmonopols.

Sie spielt ein Szenario durch, das weit weniger fiktiv ist, als den Lesern lieb sein dürfte: Was geschieht mit unserer Freiheit, wenn sich staatliche Souveränität in Netzwerken auflöst?
Amy unterzieht sich einer Ausbildung in einer Sicherheitsfirma. Das Unternehmen ist unter anderem in den Afghanistan-Krieg involviert und hat sich dort auf Folterverhöre spezialisiert.

In ihrer neunmonatigen Ausbildung zur Sicherheitsagentin lösen sich die Grenzen zwischen Simulation und tödlichem Ernst auf. Amy kann nicht mehr unterscheiden, ob sie gerade trainiert oder ob sie schon um ihr Leben ringt. »Hier war alles ein Vergleich. Alles war, als ob. ... Ich habe Angst und weiß nicht, wovor oder warum.«

Der Text greift auf seine Leser über. Die Sprache misstraut ganzen Sätzen, »weil diese mit ihrer heilen Oberfläche eine Aussagesicherheit versprechen, die sie nicht halten können.« (FAZ) Er führt mit seinem komplexen Bedrohungsszenario hinein in die Gegenwart der Leser: Amys Geschichte entwickelt, was passiert, wenn Staaten ihre Sicherheitspolitik in die Hände privater Unternehmen legen und das politische Feld zu einem Wirtschaftssektor machen.

»Literarisches Schreiben und Lesen sind, wie alle Prozesse von Sprachfindung, mögliche Formen des In-sich-Hineinblickens. Sind Schnitte in die sichtbare Oberfläche, um tiefere Schichten freizulegen. Sind Forschungsreisen ins Verborgene. Verhüllte. Mitteilungen über die Geheimnisse und das Verbotene. Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und Lesen zur Erkenntnis.« (Marlene Streeruwitz)




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Adresse

Gemeinde
Museum
Absam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Jeden Sonntag um 15 Uhr Programm
Jeden Samstag Radexkursion

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
email

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
IBAN: AT98 3620 0000 0003 1542 
BIC: RZTIAT 22200

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