Slide 4 Slide 3 Slide 2 Slide 1

Stainer und der Wahnsinn
Öffentliche Differentialdiagnose

Freitag, 28. September 2012

20:00 Uhr

Gemeindemuseum Absam Walburga-Schindl-Str. 31
Im alten Kirchenwirt
6067 Absam

Podiumsdiskussion mit
Dr. Franz Altenstrasser, FA für Psychiatrie und Psychotherapeut - Psychiatrie Hall
Dr. Roland Winter, FA für Psychiatrie und Psychotherapeut - Psychiatrie Hall
Mag. Stefan Schnegg, Psychoanalytiker, Innsbruck

Dass der Absamer Geigenbauer Jacob Stainer an seinem Lebensende an einer psychischen Krankheit gelitten hätte, stützt sich letztlich auf einige, in ihrem Aussagewert sehr zweifelhafte Zitate: So heißt es 1680 in einer Aufstellung von Ausgaben des Münchner Hofes – Stainer arbeitete seit 1679 an mehreren Instrumenten für diesen Auftraggeber: Stainer sei mit dem angeboteten Preis nicht zufrieden und sei kürzlich »ganz sinnlos« geworden.
Als besonders aussagekräftiger »Beweis« dient aber seit über 150 Jahren ein einfaches Brett. Walter Senn schreibt in seiner Stainer-Biografie: »Die Erzählung überliefert, man habe den Meister in seinem Wahnsinnszustand an eine Bank gefesselt, deren Sitzbrett heute noch erhalten ist.«

Und auch der Regierungsrat Benedict von Sardagna, der mehr als einhundert Jahre nach Stainers Tod am Ende des 18. Jahrhunderts in Absam recherchiert hat, berichtet 1792: »Man zeigt in seinem Haus zu Absam an einer hözernen Bank noch ein Loch, das in der Absicht gemacht worden seyn soll, um durch dasselbe ihn anzubinden.«

Gerade dieses bizarre historische »Beweisstück« weist beredt auf den Umgang mit Geisteskranken zu Stainers Zeiten hin: körperliche Beschränkung und Isolation.

Was kann man heute über Jacob Stainer und den Wahnsinn sagen?
Dieser Frage gehen am Freitag, den 28. September
Dr. Franz Altenstrasser, FA für Psychiatrie und Psychotherapeut - Psychiatrie Hall
Dr. Roland Winter, FA für Psychiatrie und Psychotherapeut - Psychiatrie Hall
Mag. Stefan Schnegg, Psychoanalytiker, Innsbruck
nach.

 


stainer salz sport